Sehenswürdigkeiten in Niedersachsen

1.) Kaiserpfalz Goslar

Die Kaiserpfalz von Goslar liegt südlich der Altstadt am Fuß des Rammelsberges, dessen großer Erzreichtum der Grund für die Errichtung der Kaiserpfalz war. Der gesamte Pfalzbezirk umfasste eine Fläche von ca. 250x550 m mit dem Kaiserhaus auf einer kleinen Anhöhe, den Pfalzkapellen „St. Ulrich“ und „Sanctae Mariae virginis“ (= Liebfrauenkirche), dem Domstift „St. Simon und St. Judas“ sowie zahlreichen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden für das Gefolge. Die Errichtung der einzelnen Bauten begann am Anfang des 11. Jahrhunderts, unter Heinrich III. wurden die Hauptgebäude in den Jahren 1040-1050 vollendet. Im 12. Jahrhundert erfolgte ein Umbau des Kaiserhauses; aus dieser Zeit stammt auch die Ulrichskapelle, die in einer vergoldeten Metallkugel das Herz von Heinrich III. enthält. Markantestes Bauwerk der Kaiserpfalz ist sicherlich das Kaiserhaus, mit seinen Ausmaßen (54 m lang, 18 m breit) ist es der größte und älteste Profanbau des 11. Jahrhunderts in Deutschland; Zentrum des Gebäudes sind zwei Säle mit je 800 m² Fläche und großen Wandmalereien (19. Jahrhundert). Über einen Zeitraum von rund 150 Jahren wurden hier bis 1219 insgesamt 23 Reichstage abgehalten; Wilhelm von Holland war 1253 der letzte deutsche Herrscher in der Kaiserpfalz, anschließend begann die Anlage durch Brände und Verwüstungen zu verfallen, wovon auch das Kaiserhaus betroffen war. Die Liebfrauenkirche stürzte 1722 endgültig zusammen, das Domstift wurde 1819 bis auf die nördliche Vorhalle abgebrochen. Im 19. Jahrhundert erfolgte eine grundlegende Restaurierung der Kaiserpfalz, heute gehört der Pfalzbezirk zum Weltkulturerbe der UNESCO.

2.) Lüneburger Heide

Der Naturraum „Lüneburger Heide“ liegt im Nordosten von Niedersachsen zwischen Aller und Unterelbe, markante Eckpunkte stellen die Städte Lüneburg, Uelzen, Soltau und Celle dar; Untereinheiten des Naturraumes sind Hohe Heide, Süd-, Ost- und Luheheide sowie Uelzener Becken mit Ilmenauniederung. Die typischen Heideflächen mit Calluna- und Erica-Vegetation, Wacholderbüschen und Kiefern entstanden auf den sandigen, leicht hügeligen Moränenablagerungen der Eiszeit (Quartär), Gründe dafür waren starke Abholzung und Überweidung bereits ab der Jungsteinzeit. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts waren noch weite Teile Norddeutschlands mit verschiedenen Heidearten (Sandheide, Lehmheide, Heidelbeer-Sandheide) bedeckt; heute sind große Gebiete der Lüneburger Heide zur Erhaltung als Naturpark oder Naturschutzgebiet ausgewiesen. Bedeutendster Landschaftsteil ist der „Naturpark Lüneburger Heide“ (1.130 km²) mit dem gleichnamigen Naturschutzgebiet rund um den Wilseder Berg (234 km²), der mit 169,2 m üNN die höchste Erhebung der nordwestdeutschen Tiefebene darstellt; von hier aus lassen sich bei klarer Sicht sogar die Türme Hamburgs entdecken. Der Aussichtspunkt und der nahe „Totengrund“ sind neben den zahlreichen Hügelgräbern sehr beliebte Ausflugsziele; am Wilseder Berg gibt es noch große zusammenhängende Heideflächen mit seltenen Pflanzengesellschaften und gefährdete Tierarten (z.B. Birkhuhn, Heidelerche, Schwarzkehlchen, Neuntöter) zu beobachten. Um Flora und Fauna zu schützen, ist ein Besuch nur auf ausgewiesenen Wegen zu Fuß, mit dem Rad oder zu Pferd bzw. mit einer Kutsche möglich.

3.) Rattenfängerhaus in Hameln

Rattenfängerhaus in NiedersachsenDie ehemalige Hansestadt Hameln liegt südwestlich von Hannover an der Mündung der Hamel in die Weser. Die Stadt ist bekannt für ihre malerische Altstadt und als Schauplatz der bekannten deutschen Sage „Der Rattenfänger von Hameln“; demnach soll am 26. Juni 1284 ein Flötenspieler als Vergeltung für verweigerten Lohn 130 Hamelner Kinder durch das Ostertor aus der Stadt heraus in einen Berg geführt haben, wo sie für immer verschwanden. Diesen Vorfall erzählt eine historische Inschrift auf einem Holzbalken des Eckhauses Bungelosen-/Osterstraße, das etwa seit dem Jahr 1900 deshalb den Namen „Rattenfängerhaus“ trägt. Das Grundgebäude wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet; das dreistöckige Haus hat einen beinahe quadratischen Grundriss und steht mit der Giebelseite zur Osterstraße. In den Jahren 1602/03 wurde im Auftrag des Ratsherren Hermann Arendes dem vorhandenen Gebäude eine Fassade vorgeblendet, ausführende Baumeister waren Johann Hundertossen bzw. Eberhard Wilkening. Die Fassade ist ein hervorragendes Beispiel für die typischen Stilelemente der späten „Weserrenaissance“ (1575-1618). Die einzelnen Etagen werden durch vorstehende Gesimse angedeutet, Pilaster- und Gesimsschmuck ergeben ein rasterartiges Muster auf der glatten Wandfläche. Im linken Fassadendrittel befindet sich ein zweistöckiger Bodenerker („Utlucht“) mit einem später aufgesetzten Balkon; der früher hier vorhandene Giebel ist in Teilen am Lapidarium des Hamelner Museums zu besichtigen. Seit 1917 gehört das Rattenfängerhaus der Stadt Hameln; es wurde im Rahmen der Altstadtsanierung renoviert und ist ein Schmuckstück der Osterstraße, im Inneren befindet sich ein über alle Stockwerke verteiltes Restaurant.

4.) Autostadt Wolfsburg

Der weltweite Ruf der Stadt Wolfsburg als Metropole des Automobilbaus beruht hauptsächlich auf dem berühmten Modell des VW Käfer, der von dem hier ansässigen Volkswagen Konzern jahrzehntelang gebaut wurde; direkt neben den Werkshallen wurde im Juni 2000 am Mittellandkanal die „Autostadt“ der Volkswagen AG als ein Projekt der EXPO 2000 (Hannover) eröffnet. In einer über 25 ha großen Parklandschaft mit diversen Kunstwerken entstand eine Mischung aus Erlebnispark, Museum, Ausstellungen, Veranstaltungen und Kundencenter; der kostenpflichtige Besuch ist ganzjährig (außer Heiligabend und Silvester) von 9-18 Uhr möglich (ab 18 Uhr freier Eintritt, Pavillons geschlossen), die Restaurants sind überwiegend bis 23 Uhr geöffnet. Das Wahrzeichen der Autostadt sind die beiden gläsernen, 48 m hohen AutoTürme; auf je 20 Stockwerken stehen hier insgesamt ca. 800 bestellte Neuwagen zur Auslieferung bereit, eine Auffahrt zur höchsten Etage ist möglich. Das ZeitHaus als Museum präsentiert die Anfänge der Mobilität (Benz Patent-Motorwagen) bis hin zu modernen Fahrzeugen, speziell für Schulklassen sind zahlreiche Experimente aufgebaut. Die Angebote für Kinder (z.B. FahrSchule, LernPark, IdeenReich, RumfahrLand) sind ebenso vielfältig wie für Erwachsene (u.a. Firmenpavillons, Geländeparcours, SicherheitsTraining, SparTraining); die Autostadt kombiniert Lernen und Erleben für alle Altersgruppen, und ausreichend Verpflegungsstationen sind ebenfalls vorhanden.

5.) Neues Rathaus (Hannover)

Neues Rathaus in NiedersachsenDas Neue Rathaus in Hannover liegt südlich des historischen Stadtzentrums und wird von dem ca. 10 ha großen Maschpark umgeben; es ist das Wahrzeichen der Stadt und wird aufgrund der schöneren Ansicht mit dem Maschteich meist von der Rückseite fotografiert. Der imponierende Kuppelbau (Höhe 100 m) wurde in den Jahren 1901-13 errichtet (Architekten Hermann Eggert und Gustav Halmhuber) und am 20. Juni 1913 von Kaiser Wilhelm II. feierlich eingeweiht, die Kosten betrugen damals insgesamt 10 Millionen Mark. Zur Stabilisierung des Baugrundes dienten 6026 in den Boden gerammte Buchenpfähle, auf denen das Bauwerk jetzt ruht. Der Zweiten Weltkrieg führte zu Beschädigungen am Gebäude, der völlig zerstörte rechte Seitenflügel wurde nicht mehr aufgebaut. Von der Größe und Bauweise erinnert das Neue Rathaus eher an ein Schloss, es beherbergt den Sitz des Oberbürgermeisters, Sitzungsräume, Ausstellungen und das Bürgerbüro; bei Führungen können auch der Hodlersaal, der Mosaiksaal und das Damenzimmer besichtigt werden. Die Spitze der Kuppel ist über Spindeltreppen oder mit einem einzigartigen Bogenaufzug zu erreichen, von der Aussichtsplattform ist an klaren Tagen sogar der Harz zu erkennen.

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